Samstag, 6. April 2013

Marburg Con 2013


Nach dem Weltuntergang ist vor dem Weltuntergang
Die nächste Apokalypse kommt bestimmt!

Unter dieser Prämisse treten die Apokalyptischen Schreiber erneut zu einer Lesung auf dem Marburg Con an. Bernd Rothe präsentiert seine Zusammenarbeit mit Jörg Kleudgen in der Goblin Press "Das Siegel des Mandschu", Thomas Backus seine Kurzgeschichte "Penner" aus der Anthologie "Diabolos" des Luzifer Verlags. Ralph Haselberger und Volker Ilse werden und (wie so oft) überraschen. Angenehm. Trotzdem mit Horrorgeschichten.


Hauptveranstaltungstag des Marburg-Con 2013 mit Phantastik-Börse und Programm ist Samstag, der 27. April 2013. Offizieller Einlass ist um 10.00 Uhr, ab diesem Zeitpunkt ist die Phantastik-Börse für jedermann geöffnet. Das Programm beginnt um 11.00 Uhr.

Programm des Marburg-Con 2013:

11.00 - 12.00 Uhr: Die apokalyptischen Schreiber
12.00 - 13.00 Uhr: Dieter Stiewi
13.00 - 14.00 Uhr: Tom Daut
14.00 - 15.00 Uhr: Hermann Ritter / Perry Rhodan Neo-Ecke
15.00 - 16.00 Uhr: "Die Franken-Connection": Markus K. Korb und Tobias Bachmann
16.00 - 17.00 Uhr: Jörg Herbig (FLEDERMAUS Grusel-Fanzine)
17.00 - 18.00 Uhr: Vincent Voss
18.00 - 19.00 Uhr: Hermann Schladt (vss-Verlag) und W. A. Hary (Hary Production)
19.00 - 20.00 Uhr: Verlag Torsten Low

Nachmittags: Es steht uns ein zweiter Raum für Lesungen zur Verfügung, allerdings kann man uns im Vorfeld keine nähere Angabe als "nachmittags für einen begrenzten Zeitraum" machen. Wir haben für dieses Parallelprogramm zunächst drei weitere Programmbeiträge fest eingeplant, dies sind folgende Lesungen:
- Sean Beckz
- Carsten Zehm
- Laura Jane Arnold
Ist das uns zur Nutzung der Räumlichkeit gestattete Zeitfenster größer als für diese drei Lesungen benötigt, können weitere Lesungen kurzfristig anberaumt werden. Bitte beachtet am Veranstaltungstag entsprechende Durchsagen und/oder Aushänge.


Ab 20.00 Uhr Verleihung des Vincent Preis 2012, danach Verleihung des Marburg-Award 2013.


Samstag, 23. März 2013

Auf den Pfaden der Toten

Nachgestelltes Foto - Am Tag der Reise war da mehr Schnee. Unglaubliche 10 cm Schnee!
Ein Reisebericht der besonderen Art

Der Tannenberg liegt nicht am Ende der Welt. Oder vielleicht doch. Jedenfalls für die Marburger. Wer in der Linie 8 fährt, wird irgendwann eine gottgleiche Stimme hören. Platz der Weißen Rose. Endstation. Alle Fahrgäste bitte aussteigen.
Der Bus wird dann einen Kreisel befahren und den selben Weg zurück fahren. Zumindest, wenn man Glück hat. Oder gutes Wetter. Was bei den Stadtwerken wohl auf das selbe hinausläuft. Vielleicht sollte man die Stadtwerke Schönwetterwerke nennen.
Auf dem Tannenberg gibt es keine Geschäfte, und nur ein kleines Cafe. Aber jede Menge Firmen, die der Stadt Marburg sicherlich den Steuersäckel füllen. Normalerweise werden diese recht zuverlässig durch die Linien 8 und 17 hin- und wegtransportiert. Wenn, ja wenn denn kein Schnee fällt.

Gestern (damit ist der 12. März 2013 gemeint) schneite es, was im Winter schon mal vorkommen kann. Etwa 10 cm Schnee sind noch kein Schneechaos, bei weitem nicht. Aber sie reichen, um die Stadtwerke an ihre Grenzen zu bringen. Irgend einer der wartenden Fahrgäste hat irgendwann bei der Hotline angerufen und erfahren, dass der Bus steckengeblieben ist, und kein weiterer kommen wird, solange dieser nicht geborgen sei.

Wir erinnern uns: etwa 10 cm Schnee. Chaos.

Ich hoffte auf den nächsten Bus (oder den übernächsten), weil in der Gegend einfach nichts ist, wo man einen Einkaufsbummel hätte unternehmen können und eine Übernachtung auf der Arbeitsstelle sicherlich nicht durch den Arbeitsvertrag abgedeckt ist. Doch als dann zwei weitere Busse nicht gefahren waren, rief auch ich bei der Hotline an, um zu erfahren, ob denn überhaupt etwas fahre.
An der Hotline druckste man etwas herum, murmelte von höherer Gewalt, und dass erst wieder Busse fahren würden, wenn der Streudienst die Straße frei gäbe. Deren Nummer wolle man mir gerne geben. Auf meine Frage, ob man denn nicht kleinere Busse, wie die vom AST einsetzen könne, wurde lapidar mit Die fahren erst ab 19 Uhr beantwortet. Ja, die Bürokratie bringt ihre eigenen Helden hervor. Das sind die modernen Dienstleistungsbetriebe, die Kundenservice groß schreiben. Zumindest in der Werbung, die Hotline auf dem Fahrplan war sehr klein geschrieben und die Kostenhinweise noch kleiner.

Die anderen Fahrgäste hatten sich mittlerweile Alternativen gesucht. Einige gingen zu Fuß, ein Mädchen rief ihren Papa an, der sie auch brav abholen kam. Ein Hoch auf die Familie, wenn man noch eine hat.
Ein weiterer Bus fuhr nicht, und ein neuer potentieller Fahrgast erkundigte sich bei mir, ob die Busse denn überhaupt führen. Ich antwortete, dass dies höchst fragwürdig sei.

Nachdem auch der nächste Bus nicht fuhr, erklärte mein neuer Leidensgenosse, dass er einen Fußweg in die Stadt kenne, der kürzer sei. Der sogenannte Totenweg. Dort hätte man früher aus Ockershausen die Toten zur Kirche in Oberweimar gebracht.
Den namen fand ich abenteuerlich, und mangels einer vernünftigen Alternative stiefelte ich mit meinem neuen Bekannten los. Der Weg führte irgendwann von der Straße ab, wobei wir beinahe die Abzweigung verpassten. Hier gestand mir mein Begleiter, dass er fast blind sei und bei der Blista arbeite. Trotzdem nahmen wir den Weg, weil man den eigentlich gar nicht verfehlen könne.
Ich habe den Hobbit gelesen. Dort sagt Blbo Beutlin, dass es gefährlich sei, eine Straße zu betreten, da man am Ende nie wisse, wo man lande. Nun, ich ging davon aus, dass wir in Ockershausen landen würden. Wenngleich der Weg wirklich sehr schön gelegen war, sich durch die Berge schlängelte, an einer Quelle vorbei und einer beinahe unberührten Natur.

Dieses Abenteuer verdanke ich den Schönwetterwerken. Leider fiel mir erst mitten in diesem Abenteuer ein, dass es ein gefährliches Abenteuer war, für mich als Diabetiker. Ich hatte zwar mein Not-Traubenzucker dabei, aber mein Blutzuckermessgerät versagte in der Kälte seinen Dienst. Und ein Notarzt hätte mich dort wohl nie gefunden.
Aber he, Diabetes ist eine Zivilisationskrankheit, und nichtfahrende Busse sind es auch. Passt ja.

Mein Begleiter führte mich dann einen kleinen Pfad entlang, sodass wir nach ca 1 Stunde das Georg-Gssmann-Stadion erreichten. Gut, da war auch Schneechaos, sodass der Bus an der Park und Ride Station auch nicht vorbeifuhr. Kann man ja auch nicht erwarten, mitten im Winter. Auch ohne Berg. Und ich lief dann auch noch bis zum Williamsplatz, bis ich die echte Zivilisation (also fahrende Busse) erreichte. Von da kam ich dann per Bus zum Bahnhof, wo ich ein AST nach Schönstadt erreichte. Das zweite, das erste hatte ich aufgrund meines Abenteuers verpasst.
Allerdings war ich sehr erstaunt. Der Landkreis hatte die Probleme nicht, mit der die Stadt Marburg kämpfte. Die Straßen nach Schönstadt waren frei, und in Cölbe sah ich ein Räumfahrzeug, das sich Zeit nahm, die Bürgersteige vom Schnee zu befreien. Aber das sind ja auch Landburschen und nicht verweichlichte Städter, für die 10 cm Schnee schon ein Chaos bedeuten.

Ich werde übrigens heute wieder mit dem Bus fahren. Obwohl Schnee fällt. Denn mein Arbeitgeber erwartet das von mir. Er bezahlt mich dafür, und er macht keinen Unterschied zwischen Sommer und Winter. Die Stadt werke auch nicht. Im Winter sind die Monatskarten nicht billiger, als im Sommer. Sie verlangen viel Geld dafür, dass sie mich transportieren. Meistens jedenfalls. Wenn kein Schnee fällt. Oder so.

Diabolos


Steffen Janssen (Hrsg.)
Diabolos
LUZIFER-Verlag © 2013
ISBN: 978-3-943408-12-6 (SoftCover)
400 Seiten - 16,95 €

als eBook
Formate: EPUB, PDF, MOBI
ISBN: 978-3-943408-25-6
4,99 €


Ein Buch mit Stories des Who Is Who der deutschen Horror-Szene. Und ich bin auch mit dabei:


Thomas Backus
Penner

»Haste ma 'n Euro?«, fragte die abgerissene Gestalt und hielt Uwe einen Kaffeebecher hin.
Uwe senkte verlegen den Blick. »Nein, tut mir leid. Ich habe keinen Euro«, sagte er. »Ich bin genauso eine arme Sau wie du. Meine Klamotten sind vielleicht noch nicht so abgetragen, aber das kommt noch, sie sind alles, was mir noch geblieben ist.«
»Scheiße, Mann, das klingt nicht gut«, sagte der Penner. Er kramte in seinem Rucksack und hielt Uwe eine Flasche Bier hin. »Komm, trink erstmal einen. Danach isses besser, glaub mir.«
Uwe überlegte einen Moment. Wenn er sich jetzt da hinsetzte, dann überschritt er eine letzte Grenze, gehörte er wirklich dazu.
Trotzdem setzte er sich, und er nahm auch das angebotene Bier. Er glaubte zwar nicht daran, dass Alkohol seine Problem verbessern würde, aber er brauchte jemanden, der zu ihm stand. Und wenn es dieser Penner war.
»Danke, Kumpel!«
»Gern geschehen. Ich bin Stumpe.«
Stumpe reichte Uwe die Hand, und als der sie ergriff, bemerkte er, dass ihm der kleine Finger fehlte.
Der Obdachlose bemerkte, dass Uwe das bemerkte und erklärte: »Der is mir festgefroren, als ich Platte gemacht hab. Habs gar nicht gemerkt, und als ich aufgestanden bin, blieb mein Finger liegen.«
»War wohl ein kalter Winter.«
»Yau, ungefähr so kalt wie jetzt.«
(...)



Ein schlimmer Winter, besonders für Obdachlose. Aber da ist noch eine Gefahr, die auf diese Menschen lauert ... eine tödliche Gefahr!


Inhalt:

Vincent Voss: Eine kurze Geschichte über den Tod und den Untod
Illustration von Jan Hillen
C.J. Walkin: Abyssus abyssum invocat
Arthur Gordon Wolf: Tal der Toten
Illustration von Astrid Christ
Dirk Alt: Die Verschwörung
Thomas Backus: Penner
Illustration von Lydia Pollakowski
Michael Dissieux: Der Fluch der Hexe
Achperosch: Die weiße Stunde
Illustration von Jan Hillen
Torsten Scheib: Die Lemminge
Ann-Helena Schlüter: Gegangen
Illustration von Viktor Bogdanovic
Herbert Blaser: Nachtbesuch
Michael Dissieux: Das dunkle Vermächtnis
Illustration von Lothar Bauer
C.J. Walkin: Without Innocence – The Cross is only Iron
Rona Walter: Classico






Das Buch (Softcover oder eBook) kann direkt beim Verlag bestellt werden, oder aber auch hier:



Sonntag, 30. Dezember 2012

Interview bei "Ich Liebe Bücher"



Saskia von "Ich Liebe Bücher" hat mich interessante Sachen gefragt ... das Interview ist jetzt online!
http://saskiasliebezubuechern.blogspot.de/2012/12/thomas-backus_30.html

Ebenfalls hier nachzulesen:
http://de.paperblog.com/thomas-backus-481921/

Rückschau 2012 / Vorschau 2013





Leser, die meine Aktivitäten regelmäßig verfolgen, werden es schon gemerkt haben. 2012 gab es kaum Veröffentlichungen von mir.
Ich habe mich beruflich verändert, und auch gesundheitlich an mir gearbeitet. Ich war in Kur (Reha, das heißt Reha: man soll sich nicht erholen, sondern an sich arbeiten). Und darüber schreiben. Meine Erfahrungen flossen ein in eine Novelle mit dem Titel: Eine Symphonie des Schwabbelns.

Sie wird im Verlag Torsten Low erscheinen, und wir arbeiten auch an einer neuen Cthulhu-Anthologie Auf H. P. Lovecrafts Spuren (okay, derzeit arbeiten wir an der Ausschreibung zur Cthulhu-Anthologie).

Von den Zombies gibt es auch Neues zu berichten. Ich werde den Verlag wechseln. Der Persimplex-Verlag hat mich ordentlich behandelt (immerhin ließ er sich darauf ein, von Zombies! Sie werden Dich fressen! auch eine UNRATED-Ausgabe zu veröffentlichen) und auch bezahlt - doch hat sich der Schwerpunkt des Verlags verlagert, sodass wir nicht mehr gut zusammen passen. Wir werden uns in Freundschaft trennen.
Wir haben uns darauf geeinigt, dass Restexemplare meiner Bücher noch abverkauft werden, wer also noch kein Zombies! Sie werden Dich fressen! UNRATED hat, sollte schnell zugreifen!
Ich habe ein neues Zombiebuch mit dem Titel Zombies! Eine Reportage des Grauens! geschrieben (fast fertig). Diesmal ein Roman. Es gibt bereits einen Verlag, der sich dafür interessiert - ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

Apokalyptisch geht es auch weiter, irgendwie. Die Welt ist ja nicht untergegangen, was bestimmt an der Zeitverschiebung lag. Deswegen haben wir noch ein bisschen Zeit, für eine Novellensammlung der Apokalyptischen Schreiber, die im Wurdack-Verlag erscheinen soll.

Für Anthologien werde ich nur noch in Ausnahmefällen schreiben. Ich freue mich da schon auf meine erste Zusammenarbeit mit dem Luzifer-Verlag.

Wir hatten ein paar schöne Lesungen (ich las auch in der Reha) - und wir wollen das auch im nächsten Jahr beibehalten. Geplant sind natürlich wieder Marburg Con, Buchmesse Con und gerne mehr. Vielleicht sehen wir uns dort - ich würde mich freuen. Und ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2013.

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Ein paar sehr coole Kommentare


Habe gerade ein paar sehr coole Kommentare von 
Roger Murmann (Veranstalter des legendären Buchmesse Cons) auf Facebook gelesen - offensichtlich haben ihm die Zombies die Feiertage versüßt:

So...und nun ratet mal, was mir das Christkind gebracht hat... ;-)
In jedem Fall wars der schönste Heiligabend seit vielen, vielen, vielen Jahren. Und vor allem der ungewöhnlichste. Wann sonst liest man sich gegenseitig Zombie-Kurzgeschichten vor und lacht sich dabei schepp ? Ein schöner Gruß geht daher auch an Thomas Backus für...na, er kann sichs sicher denken... :-D


und etwas später:


Wir haben uns erst mal queerbeet durch das Buch gelesen. Die besten Storys waren die kurzen, knackigen mit Pointe am Ende. Die Geschichte "Kein Aprilscherz" hat sich nach furiosem Beginn gegen Ende hin etwas gezogen und es fehlte auch ein wenig ein "richtiger" Abschluß. Wir haben uns gefragt, ob da noch was kommt, aber außer dem Ende war da nix mehr. Hat eigentlich die ESA schon mal in das Buch geschaut ? 
Ein Hoch aber auf Deine Fabulierkunst. Erstklassige Wortkreationen, über die wir herzlich gelacht haben. Wir können das Buch nur jedem Liebhaber des schwarzen Humors empfehlen. 


Liebhabern des schwarzen Humors empfehle ich natürlich die UNRATED-Fassung! Und ja, Herr Murmann hat auch diese erstanden.


 

Sonntag, 16. Dezember 2012

Meine Erfahrung mit eBooks


eBooks kommen mir nicht ins Haus, habe ich gesagt. Damit bin ich nicht allein, viele Leser denken so. Traditionelle Leser, die gerne ein echtes Buch in der Hand halten. Aber auch viele meiner Autorenkollegen. Die schauen beim Schreiben schon ständig auf einen Monitor, das müssen sie nicht auch noch beim Lesen haben...

Aber gerade als Autor kommt man um eBooks nicht mehr herum. Die ersten eBooks mit Geschichten von mir erschienen so nebenbei. Verlage brachten Anthologien nicht nur als richtiges Buch heraus, sondern auch in elektronischer Form. Anfangs habe ich das zwar hier auf meinem Blog erwähnt, ihnen jedoch keine Aufmerksamkeit geschenkt (obwohl es mich schon wurmte, keine Belegexemplare davon in meinem (virtuellen) Regal stehen zu haben.

Dass ich mich dann doch intensiver mit der neuen Veröffentlichungsform auseinandergesetzt habe, lag dann aber am Heyne-Verlag, der zwei (Kurz-)Bücher ausschließlich als eBook herausgab: Raststätte Mile 81 von Stehen King und Die schwarze Feder von Dean Koontz. Wollte ich diese lesen, musste ich zum Reader greifen ... Nein, musste ich nicht. Jeder, der über einen Computer verfügt, kann eBooks auch ohne Reader lesen. Heyne empfahl mit den Adobe Digital Editions, und Amazon bietet für PC, Mac usw. eine Kindle-App an (Die eigentlich jeder haben sollte, da es bei Amazon regelmäßig kostenlose eBooks gibt, die man nur mit einem Kindle (oder der App) lesen kann. Denn die wunderschöne Welt der eBooks hat einen sehr großen Haken – es gibt zwei Formate, die sich durchgesetzt haben. Der eigentliche Standard für eBooks ist .epub (ein Dateiformat wie .jpg oder .gif bei Bildern). Amazon boykottiert diesen und verwendet .aw / .aw3. Allenfalls .mobi wird noch toleriert. Nun kann man die Dateien in ein anderes Format umwandeln, mit einem kostenlosen Programm namens Calibre, aber nicht immer. Schuld daran ist das DRM (Digital Right Management = Kopierschutz). Klar, der Verlag und der Autor wollen nicht, dass man die Bücher illegal vervielfältigt und verbreitet, wie dies mit Musik und Filmen bereits geschieht (die tollen LPL Lovecraft-Hörbücher werden wegen der Verbreitung von Raubkopien nicht mehr hergestellt).
In diesem Fall jedoch hat das zur Folge, dass man eigentlich zwei Reader braucht.

Mein erster Reader, den ich mir kaufte, um oben genannte Bücher von Heyne komfortabel lesen zu können, war ein TrekStore. Er lag gut in der Hand, erlaubte ein komfortables Blättern und hatte eine Möglichkeit, den Speicher durch Speicherkarten zu erweitern.
Weswegen ich ihn wieder zurückschickte (was durch das Fernabsatzgesetz innerhalb von 14 Tagen möglich ist): Man konnte keine Anmerkungen oder Markierungen im Text vornehmen. Außerdem, und das fand ich sehr, sehr schade, erlaubte die DRM nicht, dass ich all die angesammelten Amazon-eBooks auf diesen Reader laden konnte.

Die einfachste Variante des Kindle gibt es schon für 79 Euro, die von TrekStore 59 Euro. Ich dachte also, gut 20 Euro mehr ist akzeptabel, zumal man hier tatsächlich Anmerkungen oder Markierungen im Text machen kann. Zwar hat der kleine Kindle keine Tastatur hat (es gibt einen solchen, aber der kostet mehr), aber man kann mit etwas Übung gut damit zurecht kommen. Ich gebrauche die virtuelle Tastatur hin und wieder, um nach Textstellen zu suchen (für Nachschlagewerke wie das Danse Macabre von Stephen King ist ein eBook-Reader echt klasse!).
Ansonsten liegt der Kindle tatsächlich besser in der Hand, ist leichter und lässt sich komfortabel durchsuchen oder umblättern.
Allerdings ist mein Kindle eine Generation neuer, als es mein TrekStore war. Er verfügt über eine neue, die sogenannte Ink-Technologie (die der neue TrekStore auch hat). Der Hintergrund ist nicht so grell, die Schrift gestochen scharf. Das Lesen ist angenehmer für die Augen. Das Gefühl, an einem Monitor zu lesen, kommt gar nicht erst auf. Und, die Akku-Laufzeit ist gigantisch!
Leider werden Bilder nur schwarzweiß angezeigt. Aber, die wenigsten Bücher, die man elektronisch liest, werden Bildbände sein. Dieses Manko ist also annehmbar.

Die Ink-Technologie hat sich also durchgesetzt und bestimmtem nicht mehr die Frage, welchen Reader man sich zulegt. Es gibt neben den beiden von mir in der Praxis getesteten noch etliche andere Reader, und so muss sich jeder selbst entscheiden, welchen er sich zulegt. Als Autor wird man diese Entscheidung nicht beeinflussen können, und so sollten wir uns fragen, wie wir die meisten Leser erreichen.

Amazon ist sicherlich der führende Anbieter von eBooks. Das kommt daher, dass das Unternehmen Autoren anbietet, ohne den Umweg über einen Verlag seine eBooks dort zu veröffentlichen. Das bedeutet natürlich, dass es keine Qualitätskontrollen gibt. Man kann nie sicher sein, dass die so veröffentlichten eBooks zu Recht von allen Verlagen abgelehnt worden sind. Aber gehen wir einmal davon aus, dass sich die Kunde guter Bücher durch Mundpropaganda verbreitet, und dass mans ich anhand von Rezensionen vorher ein Bild von dem geschriebenen machen kann. Wenden wir uns also wieder der Technik zu. Theoretisch kann jeder ein Amazon-eBook lesen. Wenn er keinen Kindle hat, kann er sich kostenlos die Kindle-App runterladen und nutzen. Das ist natürlich ein gutes Argument für eine Direktveröffentlichung bei Amazon. Die bieten einem sogar an, die Bücher zu konvertieren und es gibt eine kostenlose Bilderdatenbank, die man für die Covergestaltung nutzen kann.
Wenn man als Autor diese Variante nutzt (und der Persimplex-Verlag tut dies), dann liegen die Rechte für das Layout (und evtl. des Covers) bei Amazon. Man sollte sich nun also hüten, das eBook auch anderweitig anzubieten.
Der größte Nachteil ist jedoch die strenge DRM. Die meisten Verlage haben nicht einmal ein eigenes Exemplar ihres eBooks (es sei denn, sie hätten es selbst gekauft). Es gibt natürlich auch keine Belegexemplare für Autoren oder Rezensionsexemplare für Journalisten (und demnach weniger Rezensionen). Und all die Besitzer eines anderen Readers werden als Leser außen vorgelassen. Ja klar, sie könnten die Kindle-App nutzen, aber warum sollten sie am PC lesen, wenn sie einen komfortablen Reader besitzen?

Als Autor / Verlag tut man also gut daran, seine eBooks in allen Formaten und bei allen Portalen anzubieten. Man kann seine Bücher selbst zu formatieren. Aus einer .rtf kann man mit dem Calibre sowohl .epub, als auch .mobi generieren. Man kann DRM-freie Bücher für Journalisten erstellen usw. Man kann auch einen Dienstleister zwischenschalten, der die technische Seite für einen übernimmt. Es gibt Verlage, die das tun. Oder andere Verlage, die sich ausschließlich auf das Veröffentlichen von eBooks spezialisiert haben.
Ich selbst habe noch nicht die perfekte Möglichkeit für die Veröffentlichung von eBooks gefunden. Allerdings weiß ich bereits einige Dinge, auf die ich achten muss (keine ausschließliche Veröffentlichung bei Amazon, keine Veröffentlichung ohne Lektorat), aber ich erahne bereits die Möglichkeiten, die sich mir als Autor bieten. eBooks sind ein spannendes Thema, das sicherlich noch spannender wird. Durch die entfallenden Druckkosten lohnen sich auch „Kleinstauflagen“ (z. B. eine Neu-Auflage von Fanzines, oder Experimente fernab des Mainstreams)

Viele gute Anregungen bietet das Literaturcafé, und Autoren sollten auf jeden Fall das umfassende eBook über die Erstellung von eBooks lesen:



Und hier gibt’s eBook-Futter für meine Leser:  







Nachtrag:

Was mich am Kindle am meisten stört, ist, dass man WLAN nutzen muss (!), um ihn zu aktivieren. Durch diese Technologie kann man praktisch auch unterwegs (viele Cafés bieten kostenloses WLAN an) Bücher kaufen.
ABER mir gefällt es nicht, keine Wahl zu haben (aus Sicherheitsgründen nutze ich kein WLAN mehr zuhause, sondern ein LAN-Kabel). Zum Glück kann man später über die Amazon-Homepage gekaufte (oder kostenlose) Bücher per USB an den Kindle übertragen. Das ist aber kompilierter, und nicht jeder weiß davon.


Trotzdem glaube ich nicht, dass man als eBook-Leser auf Dauer um den Kindle herum kommt...